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Nordhausen verdankt seine weitverbreitete Bekanntheit heutzutage vor allem dem Nordhäuser Doppelkorn. Ist man als Nordhäuser in der Fremde und erzählt, wo man herkommt, heißt es oft: „Ah! Aus der Stadt des Doppelkorns!“ Da weiß man sofort Bescheid. Der Nordhäuser Doppelkorn ist heute die am meisten verbreitete Kornbranntweinmarke in Deutschland.
Aber den Wenigsten ist bekannt, dass der Ursprung des Brennereiwesens hier in Nordhausen nicht in der Kornbrennerei, sondern in der Branntweinherstellung liegt. Dieser wird in Nordhausen offiziell schon seit 1507 hergestellt. Ein Ratsbeschluss vom 23. Dezember eben diesen Jahres belegt das urkundlich.

Um Nordhausen herum wurde Wein angebaut und dieser in den damals 10 bis 12 Kleinbrennereien der Stadt verarbeitet.
Im folgenden Jahrhundert konnte dieser Gewerbezweig maßgeblich ausgedehnt werden. Findige Köpfchen hatten ausgetüftelt, wie man Branntwein ohne Umwege aus Getreide herstellen konnte und diese Erkenntnisse drangen auch nach Nordhausen durch. Sehr förderlich für die Nordhäuser Brennereien war dabei die sehr günstige Lage zur Goldenen Aue , als Hauptanbaugebiet für das Getreide und zum Harz als Holz- und damit Energielieferant.

Das Brennereiwesen in Nordhausen erweiterte sich förmlich explosionsartig. 1726 gab es bereits 69 Brennereien, die 1.357.200 Liter(!) Branntwein aus Getreide herstellten. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Brennereiwesen zum wichtigsten Wirtschaftszweig der Stadt, die sich längst zum wirtschaftlichen Mittelpunkt des Harzvorlandes gemausert hatte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte man bereits 8 Millionen Liter aus. Die letzte, noch produzierende Brennerei aus dem ersten Viertel des 20. Jh. fungiert nebenbei noch als Museum.